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Pressemitteilung Nr. 254
München, 13.05.2016

SÖDER: KAISER KARL IV. WAR EIN BRÜCKENBAUER ZWISCHEN DEUTSCHEN UND TSCHECHEN
Bayerisch-tschechische Landesausstellung in Prag und Nürnberg würdigt den herausragenden Kaiser zum 700. Geburtstag

Der böhmische König und römisch-deutsche König und Kaiser Karl IV. (1316-1378) gehört zu den bedeutendsten Herrschern der böhmischen und deutschen Geschichte. „Kaiser Karl IV. war ein Brückenbauer zwischen Deutschen und Tschechen. Mit der Verabschiedung der Goldenen Bulle 1536 wurde Nürnberg zu einem Zentrum des Reichs, neben Frankfurt als Ort der Königswahl und Aachen als Ort der Königskrönung. Von seiner Liebe zu Franken zeugt auch der 1356 begonnene Neubau der Kaiserburg in Lauf an der Pegnitz“, stellte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder beim Festakt der Bayerischen Staatsregierung anlässlich des 700. Geburtstags von Kaiser Karl IV. in der Kaiserburg in Nürnberg am Freitag (13.5.) fest. Prag und Nürnberg waren die bevorzugten Aufenthaltsorte des Kaisers. Folgerichtig ist auch die Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. in beiden Städten zu sehen. „Die bayerisch-tschechische Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. ist ein Meilenstein der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien“, hob Söder hervor.

Die Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. wird vom 14. Mai bis zum 25. September 2016 in der Wallenstein-Reithalle in Prag und vom 20. Oktober 2016 bis zum 5. März 2017 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen sein. Die grenzüberschreitende Landesausstellung ist Ausdruck der engen Partnerschaft beider Länder und eine Chance für die Grenzregion, betonte Söder. Die Zusammenarbeit sei inzwischen vorbildlich. Zur Stärkung des Grenzraums hat das Heimatministerium zusammen mit Tschechien ein gemeinsames Entwicklungsgutachten in Auftrag gegeben. Auf dessen Basis werden Leuchtturmprojekte gefördert, um den Grenzraum nachhaltig noch enger zu verzahnen und zu stärken. So unterstützt das Heimatministerium zur strategischen Entwicklung des bayerischen Grenzraums vier neue Beratungsbüros in Marktredwitz, Freyung, Cham und Regen mit rund 1,5 Millionen Euro. Söder: „Zusammen mit weiteren Projekten wird die Grenzregion einen großen Schritt nach vorn machen.“

Karl IV. wurde 1347 nach dem Tod seines Vaters böhmischer König. Nach dem Tod Kaiser Ludwig IV. der Bayer wurde er im gleichen Jahr römisch-deutscher König und 1355 deutscher Kaiser. Seine Residenzstadt Prag war damit zugleich die faktische Hauptstadt des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Sein wohl folgenreichster Schritt war die Verabschiedung der Goldenen Bulle in Nürnberg, das „Grundgesetz des Reichs“ bis zu seinem Untergang 1806. Darin wird das Wahlverhalten des römisch-deutschen Königs geregelt und die Anzahl und Namen der Kurfürsten festgesetzt. Gleichzeitig wurde bestimmt, dass jeder neu gewählte Herrscher seinen ersten Reichstag in Nürnberg abhalten muss. Im Spätmittelalter galt Nürnberg als die vornehmste und bestgelegene Stadt des Reichs. In der Reichsstadt kam auch Karls ältester Sohn und Nachfolger Wenzel zur Welt.


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