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Pressemitteilung Nr. 512
München, 13.10.2016

SÖDER: ÄLTESTER PROTESTANTISCHER KIRCHENRAUM DEUTSCHLANDS WIRD WIEDER KIRCHLICH GENUTZT
Kirchliche Nutzung ab dem 31. Oktober 2016 // Neues Kirchengestühl für die Schlosskapelle in Schloss Neuburg a.d.Donau

Am 31. Oktober 2016 beginnt offiziell das Jubiläumsjahr 2017 der Reformation durch Martin Luther. „In Schloss Neuburg an der Donau lässt sich die Auseinandersetzung um den Glauben am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit lebendig erleben. Die Schlosskapelle Neuburg ist der älteste für den protestantischen Ritus ausgestattete Kirchenraum in Deutschland. Ab dem Reformationstag 2016 wird die Kapelle wieder zur kirchlichen Nutzung an die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde „Christuskirche“ in Neuburg an der Donau übergeben. Sie erhält als Jubiläumsgeschenk ein neues Kirchengestühl durch die Schlösserverwaltung“, kündigte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder an. Der Kirchenraum ist dann auch wieder im Rahmen der musealen Öffnungszeiten kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich. Der erste Gottesdienst findet am 6. November 2016 unter Anwesenheit des Regionalbischofs Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg statt. Das neue Kirchengestühl ersetzt die bisherige provisorische Bestuhlung.

Die Kapelle stand auch im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Kunst & Glaube - Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“ in diesem Jahr. Anlässlich der Sonderausstellung und des anstehenden Reformationsjubiläums war die Kapelle erstmals einer umfassenden Pflege- und Restaurierungsmaßnahme mit Gesamtkosten von rund 320.000 Euro unterzogen worden. Dabei wurden unter anderem Deckenfresko, Brüstung und Wandschale gesäubert sowie restauratorische Arbeiten an Altar, Gewölbeflächen, Steinausstattung und Stuckreliefs durchgeführt. Nach eineinhalb Jahren der Restaurierung erstrahlte die Neuburger Schlosskapelle rechtzeitig zum Ausstellungsbeginn wieder in ihrer historischen Farbenpracht. Knapp 20.000 Besucher besichtigten die hochkarätige Schau in den zwölf Wochen in diesem Jahr. Nach seiner Hinwendung zum Luthertum ließ Pfalzgraf Ottheinrich die Kapelle 1543 mit einem monumentalen Bilderzyklus ausmalen - ein bahnbrechendes Zeugnis der neuen Glaubenslehre. In über 40 Szenen breiten die Wand- und Deckengemälde des Salzburger Kirchenmalers Hans Bocksberger der Ältere ein eindrucksvolles Panorama biblischer Geschichte aus.

Mit der Restaurierungsmaßnahme verbunden war eine umfassende Befunduntersuchung. Als bedeutsamster Fund gelten die Wandabdrücke einer ehemaligen bauzeitlichen Kanzel. Die Kapelle ist ein Meisterwerk der Renaissance und fürstliches Bekenntnis zur Reformation. Der protestantische Charakter des Kirchenraums zeigt sich durch Darstellung lutherischer Kernthemen wie Gesetz und Gnade, Taufe und Abendmahl sowie durch die Ausstattung. Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther. Als Geschenk zum Reformationsjubiläum hat die Bayerische Schlösserverwaltung ein neues Kirchengestühl für die Schlosskapelle erstellen lassen.


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