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Pressemitteilung Nr. 595
München, 21.11.2016

SÖDER: DOKUMENTATION OBERSALZBERG - NS-ZEIT AUFARBEITEN
Freistaat investiert 21,35 Millionen Euro in die Baumaßnahme // Erweiterungsbau wird errichtet // Umbau zum Seminar- und Bildungszentrum // Bunkeranlagen werden integriert

Dokumentation Obersalzberg - die bundesweit und international bedeutende Einrichtung zur Aufarbeitung der NS-Zeit wird umgebaut und neu ausgerichtet. „Ein Erweiterungsbau wird errichtet. Die Ausstellungsfläche wird damit auf 1.200 qm vervierfacht. Eine neue Dauerausstellung auf der Basis neuester Forschungsergebnisse garantiert an diesem historischen Ort wissenschaftlich-didaktische Geschichtsermittlung auf höchstem Niveau. Damit kann künftig noch intensiver zur Entmystifizierung des Ortes beigetragen werden“, kündigte Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder bei einem Ortstermin am Montag (21.11.) auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden an. Ein weiterer wichtiger Bestandteil wird die Integration der Bunkeranlage in die Ausstellung über einen Rundgang. Das bestehende Dokumentationsgebäude wird zum Seminar- und Bildungszentrum. Mit den Bauarbeiten wird im kommenden Jahr begonnen. Die Dokumentation Obersalzberg ist weltweit eine der wenigen Dauerausstellungen, die sich mit allen wesentlichen Themen der Geschichte des Dritten Reichs beschäftigt.

Die Dokumentation wird erheblich vergrößert. Die neu gestaltete Dauerausstellung, Wechselausstellungen, Vorträge und verschiedene Veranstaltungen sowie das neu geplante Bildungszentrum sollen künftig zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit beitragen. Die Einbeziehung der bereits jetzt zugänglichen Bunkeranlage der NS-Zeit über einen Rundgang ist wesentlicher und zentraler Bestandteil des didaktischen Konzepts, welches das Institut für Zeitgeschichte mit der Dokumentation verfolgt. Durch die Einbeziehung in den Rundgang gibt es keine Besucherstaus, da Ein- und Ausgang getrennt sind.

Die Dauerausstellung des Instituts für Zeitgeschichte verbindet die Ortsgeschichte des zweiten Regierungssitzes der NS-Regierung und seine historische Topografie mit allgemeinen Aspekten dieser Zeit und seinen Verbrechen. Sie zeigt den Obersalzberg in den Hauptthemen als idyllischen und idealisierten Heimatort des Führers und Volksgemeinschaft, als NS-Regierungssitz neben Berlin und als Täterort, an dem furchtbare, weltweite Verbrechen entschieden worden sind. Der Besucher wird über die NS-Propaganda und die Entscheidungen am Obersalzberg informiert und erkennt dann die daraus hervorgegangen, folgenschweren Auswirkungen. Das Kapitel „Täterorte und Tatorte“ wird im Mittelpunkt der Ausstellung stehen. Ein Grundprinzip der neuen Dauerausstellung sind Sichtachsen, die die Themen auch räumlich miteinander verbinden. Sie lebt besonders davon, dass Geschichte durch historische Exponate sowie durch die Erinnerungen von Menschen aus der Region erfahrbar gemacht wird. Für die oberbayerische Ferienregion ist die Dokumentation Obersalzberg von besonderer Bedeutung. Sie gehört fest zum Kanon der touristischen Ziele in der Region. Für die Bevölkerung ist von Bedeutung, dass die Ortsgeschichte des Obersalzbergs nach 1945 mit einbezogen wird.

Die Bauarbeiten beginnen im kommenden Frühjahr. Während der Bauzeit soll die bestehende Dokumentationsstelle für die Öffentlichkeit weitestgehend zugänglich bleiben. Allerdings kann es gelegentlich zu Einschränkungen kommen. Kurze, baulich unausweichliche Schließzeiten der Bunkeranlage werden rechtzeitig angekündigt. Söder bittet dafür bereits jetzt um Verständnis. Die Baumaßnahmen sollen so schnell wie möglich vorangehen, so dass der Erweiterungsneubau voraussichtlich im Laufe des Jahres 2019 fertiggestellt werden kann. Im Anschluss hieran kann die Eröffnung der neu konzipierten Ausstellung erfolgen.

Die Resonanz der breiten Öffentlichkeit hatte von Anfang an jede Erwartung übertroffen. Die am 20. Oktober 1999 eröffnete Dokumentation, die ursprünglich für 30.000 bis 40.000 Gäste konzipiert worden war, verzeichnet mittlerweile jährlich durchschnittlich 170.000 Besucher aus dem In- und Ausland. In Spitzenzeiten drängen sich fast 1.500 Besucher am Tag in die Dokumentation. Weit über 7.000 Schulklassen haben die Dokumentation bisher besichtigt. Die wissenschaftliche sowie museumsfachliche und museumspädagogische Betreuung liegt beim Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Trägerin der Dokumentation Obersalzberg ist die Berchtesgadener Landesstiftung. Den Betrieb der Dokumentation hat der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee übernommen. Die Finanzierung der Einrichtung sowie nahezu des gesamten laufenden Betriebs erfolgt durch den Freistaat Bayern.

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